Besinnlicher Wanderweg durch Feld und Wald

Der „Hirschpfad“ auf der Neunkircher Höhe ist ein besinnlicher Wanderweg, der auf Initiative des Vereins Neunkircher Steine e.V. in Kooperation mit dem Geo-Naturpark Bergstraße-Odenwald angelegt wurde. Am 23. Juni 2020 wurde der „Hirschpfad“ eingeweiht. Der Wanderweg erinnert in der Wegführung, aus der Vogelperspektive betrachtet, an einen Hirschkopf, daher der Name Hirschpfad.

Der knapp 6 km lange Meditationsweg ist ein Rundweg. Er beginnt und endet an der St. Cosmas und Damianskirche in Neunkirchen. Der sehr gut markierte Wanderweg ist durch seine Höhenmeter für „Ungeübte“ durchaus anspruchsvoll.

Entlang des Weges gibt es Stationen, die die Wanderer zum Innehalte und Nachdenken anregen.

Stellenweise ist der „Hirschpfad“ tatsächlich nur ein Pfad. Hier können die Wanderer die Natur intensiv erleben und zur Ruhe kommen.

„Do konn’sde bis nooch Frankford gugge“

Ziemlich am Ende des Hirschpfades habe ich dieses „Herz aus Stein“ gefunden.

Pferde gehören zum Landschaftsbild im Modautal.

Am Ende des Weges wird man mit einem herrlichen Ausblick belohnt. Dreieinhalb Stunden war ich unterwegs und habe dabei, wenn sich mein iphone nicht verzählt hat, 10.399 Schritte gemacht.


Von der neuen Kirche – Neunkirchen

Ums Jahr 284 nach der Geburt Jesu Christi, als Diokletian römischer Kaiser war und die hiesige Gegend noch zum römischen Reich gehörte, damals soll, so erzählt man, ein Einsiedler in die hiesige Gegend gekommen sein und hier ein Ruheplätzchen gefunden haben. Da, wo jetzt das schmucke Pfarrhaus steht, erbaute sich der Eremit eine Waldhütte, eine Klause.

Daneben sprudelte eine klare Quelle aus dem Felsgestein und bot kräftigen Trunk für den einsamen Waldbewohner, der sich aus Wurzeln und Kräutern eine naturkräftige Nahrung bereitete. Seine sonderbare Lebensweise, die bald in der näheren und weiteren Umgebung bekannt wurde, noch mehr aber die wunderbaren Heilungen, welche der Einsiedler durch dieses Quellwasser an Kranken und Leidenden verrichtete, zog die Menschen heran und veranlassten neue Ansiedler, sich hier nieder zu lassen.

Die Quelle wurde drei Meter tief mit Quadersteinen ausgelegt und wegen des Volkszulaufes mit einer Mauer und einem Gitter umgeben, damit eine Entweihung durch Frevler und Verunreinigungen durch Regenwasser stattfinden konnten.

Bald erhob sich über dieser Quelle eine Kapelle, worin dann das Wort vom Kreuze gepredigt wurde. Der Zudrang der Gläubigen wurde aber noch größer, als zwei arabische Ärzte, Cosmas und Damian, hierher kamen und noch merkwürdigere Heilungen mit dem Wasser vornahmen.

Aus der Kapelle wurde dann durch einen Anbau eine stattliche Kirche, welche den beiden genannten Ärzten gewidmet wurde. Diese Schutzheiligen erlitten um das Jahr 288 den Märtyrertod.

Aus: Karl Bader, Hessische Sagen, Darmstadt 1912,