Auf dem Klein-Umstädter Geopfad Landschaft, Mensch und Umwelt erkunden

Die Gegend um Klein-Umstadt wird auch als „Kleine Bergstraße“ bezeichnet, denn es gibt landschaftliche und geologische Parallelen zur „Großen Bergstraße“ im Westen. Auf dem Geoparkpfad „Die kleine Bergstraße“ erfahren Sie mehr über die Kulturgeschichte und Geologie der Region, die sich auch als Weinbaugebiet einen Namen gemacht hat.

Starten Sie Ihren Rundgang als Bahnreisende direkt am Klein-Umstädter Bahnhof. Ein weiterer Startpunkt ist der Parkplatz am Bürgerhaus in der Ortsmitte. An beiden Standorten bieten Ihnen Infomationstafeln Einblicke in die Besonderheiten des Geopark-Pfades, der durch die Kulturlandschaft um den Ort führt und dabei auch kulturhistorisch interessante Stationen im Ort einbezieht.

Von den Startpunkten aus führt Sie ein gelbes „L“ auf einen 6,5 bis 7,5 km langen Pfad mit insgesamt zehn Informationstafeln. Sie können ihre Stationen ganz individuell ansteuern und sind dabei an keine feste Reihenfolge gebunden.

Klein-Umstadt wurde 1229 erstmals urkundlich erwähnt. Der Ort gehörte zum Amt Groß-Umstadt und ist mit dessen Geschichte eng verbunden. Klein-Umstadt liegt am Westhang der nördlichen Odenwaldausläufer in einer flachen Mulde. Es war ein geschlossenes Haufendorf, das ringsum mit einer Wehrmauer umgeben war.

Am Westende des Dorfes lag der Freihof. Der Freihof wurde zerstückelt (heute Bahnhofstraße 27, 28, 29). Auf einem massiven Untergeschoss steht ein schlichtes Fachwerkgeschoss, das um 1500 erbaut wurde.  Darauf sind zwei Wappenschilde zu sehen, links: Weiß von Fauerbach, rechts Schelle von Umstadt und dazwischen die Jahreszahl 1519. Eine Besonderheit ist das Relief des heiligen Wendelinus. Der Heilige steht breitbeinig da in modischem Gewand, das Schwert umgegürtet und im Arm den Dudelsack. Das Relief stammt aus dem Jahr 1611 und ist die älteste Darstellung eines Musikanten im Landkreis Darmstadt-Dieburg.

Klein-Umstadt kann auf eine wechselvolle Geschichte zurückblicken. Die östliche Hälfte des alten Dorfkernes wurde nach einem schweren Großbrand 1859 wieder neu aufgebaut. Im westlichen Dorfkern ist dagegen die alte verwinkelte Siedlungsstruktur erhalten geblieben. Dort finden sich auch heute noch Reste der mittelalterlichen Wehrmauer.

Die Kirche war mit einem Mauerring in diese Wehranlage integriert. Das romanische Langhaus geht vermutlich auf das 11. Jahrhundert zurück, während der Chor im 15. Jahrhundert umgebaut wurde. Im Inneren der Kirche ist eine der der ältesten gotischen Steinkanzeln in Hessen.

Verlassen Sie ruhig im Ortskeren mal den markierten Weg, und sehen Sie sich in den Winkeln und Gassen um. Das ist besonders für Fotografen interessant, denn hier gibt es eine Fülle von Motiven. Hier ein paar Impressionen:

Wir verlassen den Ortskern und orientieren uns an unserem gelben „L“, und kommen so in die Weinlagen oberhalb des Ortes.

An der Wendelinuskapelle ist eine von den zehn Stationen des Geopark-Pfades. Von hier aus hat man bei klaren Wetter einen tollen Ausblick. Man kann den Odenwald, Taunus, Hunsrück und Spessart erkennen und auch die Hochhaus-Silhouette von Frankfurt ist gut zu sehen.

In der Spitzbogennische der kleinen Kapelle steht ein Bild des Heiligen Wendelinus. Die Jahreszahl 1794, die im Scheitel der Spitzbogentür zur sehen ist, bezieht sich wahrscheinlich auf das Walmdach. Der Bau wird Ende des 15. Jahrhunderts entstanden sein.

 

Umstädter Stachelberg

Die Weinlage entstand 1971 im Rahmen der Neugliederung der deutschen Weinlandschaft als Gemeinschaftsbezeichnung für mehrere Gewannlagen. Die bis dahin eigenständige „Odenwälder Weininsel“ gehört seitdem dem neu gebildeten Weinbaugebiet „Hessische Bergstraße“ an, das aus zwei Untereinheiten „Bereich Starkenburg“ und „Bereich Umstadt“ Die Bereiche wurden in Weinlagen unterteilt. Der Bereich Stachelberg hat eine Fläche von 32,5 h. Die Weinberge um die Wendelinuskapelle und die Flächen am Hönig und am Groschling in Kleestadt gehören zur Weinlage Umstädter Stachelberg.

Doch nicht nur die Reben gedeihen hier prächtig. Auf den benachbarten Streuobstwiesen finden auch die Obstbäume ideale Bedingungen vor.

Die Idee, einen natur- und kulturhistorischen Rundweg um und durch Klein-Umstadt einzurichten entstand bei der Dorferneuerung. Interessierte Bürger, Mitarbeiter der Stadtverwaltung, der Dorf- und Regionalentwicklung und der Geopark Bergstraße-Odenwald erarbeiteten hierzu das Konzept. Eröffnet wurde der Geopark-Pfad „Die Kleine Bergstraße“ 2006..Den gut markierten Rundweg kann man auf eigene Faust erkunden und die zehn Geopunkte informieren sehr anschaulich und ausführlich über die Besonderenheiten der „Kleinen Bergstraße“. Für den ca. 7 km langen Rundweg sollte man sich gut drei Stunden Zeit nehmen.

Anfahrtsbeschreibung: Klein-Umstadt erreichen Sie mit der Bahn oder mit dem Auto von Dieburg aus über die B45, L3115 und L3065.

Weitere informationen: Stadt Groß-Umstadt, Stadtmarketing, Markt 1, 64823 Groß-Umstadt.
Tel. 0 60 78 / 781-261, eMail: tourismus@gross-umstadt.de

Links
http://www.geo-naturpark.net 

http://www.gross-umstadt.de

Hinweis in eigener Sache:

http://www.forstbergmedien.de