Direkt vor meiner Haustür, zwischen Ueberau und Groß-Bieberau, liegt das Naturschutzgebiet „Forstberg von Ueberau“. Wenn ich aus dem Fenster schaue, sehe ich die Kuppe des Forstberges, und die erinnert mich oft daran, dass es wieder mal an der Zeit ist, eine Runde „iwwern Ferschbärg“ zu laufen. Das mache auch sehr oft. Mal mit der Kamera, mal ohne, ganz wie ich Zeit und Lust habe. Ohne Kamera brauche für die 5 km lange Strecke gut eine Stunde. Mit Kamera kann das schon zwei, drei Stunden dauern.

Der „Vulkan“, der vermutlich niemals ausgebrochen ist, ist 235,5 m hoch und besteht, wie der Roßberg und der Otzberg, aus Basalt. Noch im 20. Jahrhundert wurde hier Basalt abgebaut und zu Pflastersteinen für den Straßenbau verarbeitet.

Die Kuppe des Forstberges ist ein großartiger Aussichtspunkt. Von hier aus hat man herrliche Ausblicke in den Odenwald und in die Rhein-Main-Ebene.

Der Forstberg wurde früher auch landwirtschaftlich genutzt. An den Hängen markieren Stufenraine die ehemaligen Feldgrenzen. Die Terrassen, die zum Teil heute noch zu sehen sind, wurden im späten Mittelalter angelegt, als die Gewannflur (Dreifelderwirtschaft) in schmale, quer zum Hang verlaufende „Handtuchparzellen“ aufgeteilt war.

Heute ist diese Kulturlandschaft unter Schutz gestellt. So sollen Kleingehölze, Streuobstbestände, Hecken und Magerwiesen als Lebensraum für die zum Teil im Bestand gefährdete artenreiche Fauna und Flora erhalten werden. Das Naturschutzgebiet „Forstberg von Ueberau“ hat eine Fläche von ca. 30 ha.

Landschaftspflege mit Gemecker: Burenziegen am Forstberg. Umweltfreundlichere Mähmaschinen gibt es nicht. Als typische Laubfresser sind sie in der Lage, zum Teil auf den Hinterbeinen stehend, Sträucher bis in eine Höhe von 1,80 m zu verbeißen. Sie tragen hierdurch zum Erhalt der Kulturlandschaft sowie zum Natur- und Biotopschutz bei.

Landschaftspflege mit Gemecker: Burenziegen am Forstberg. Umweltfreundlichere Mähmaschinen gibt es nicht. Als typische Laubfresser sind sie in der Lage, zum Teil auf den Hinterbeinen stehend, Sträucher bis in eine Höhe von 1,80 m zu verbeißen. Sie tragen hierdurch zum Erhalt der Kulturlandschaft sowie zum Natur- und Biotopschutz bei.

 

Es blüht und summt am Forstberg: Schwalbenschwanz, Wiesenglockenblume und eine Biene am Schwarzdorn.

Es blüht und summt am Forstberg: Schwalbenschwanz, Wiesenglockenblume und eine Biene am Schwarzdorn.

Biber in der Gersprenzaue

Seit zehn Jahren gibt es wieder Biber an der Gersprenz.

Seit zehn Jahren gibt es wieder Biber an der Gersprenz.

Am Fuße des Forstberges, in den Mäander der Gersprenz, baut Meister Bockert, so der Fabelname des Bibers, wieder seine Burgen. Er ist nach 150 Jahre währender Abwesenheit wieder an die Gersprenz zurück gekehrt.

Die scheuen Tiere bekommt kaum jemand zu Gesicht, doch ihre Spuren sind leichter zu finden; angenagte oder gar gefällte Bäume uns sogar Biberwechsel (Einstiege ins Wasser oder Trittspuren). Aus Schlamm, Ästen und gefällten Bäumen baut der Biber Dämme und Wohnbauten. So gestaltet er den Fluss und die gesamte Auenlandschaft mit. Durch die Bauwerke der Biber werden Flüsse umgeleitet und aufgestaut, es kehrt Dynamik in den Flusslauf zurück, die andernorts nur mit großem maschinellen Aufwand erreicht werden kann. Viele Tiere und Pflanzen an Bächen und Flüssen profitieren davon, dass aus begradigten Bächen mit Hilfe der Biber wieder verzweigte Fließgewässer werden.

Man nimmt an, dass die Biber in der Gersprenzaue aus dem Spessart eingewandert sind. Dort wurden sie Ende der 1980er Jahre angesiedelt.