Ein Wort zuvor

Es ist sehr schwierig, bis nahezu unmöglich, für regionale Autorinnen und Autoren einen Verlag zu finden, der ihre Werke veröffentlicht. Vor diesem Problem stand ich 2010. Nach Anfragen bei verschiedenen Verlagen wurde mir klar, dass ich für mein erstes Werk „Säll un Jenes“ keinen Verlag finden würde. Also, was tun? Ich gründete den Forstberg-Verlag und nahm die Sache selbst in die Hand. Der Verlag entwickelte sich gut und bis heute sind 40 Bücher von regionalen Autorinnen und Autoren im Forstberg-Verlag erschienen. Die Auflagen bewegen sich zwischen 200 bis 3000 Exemplaren, je nach Autor und Thema.
Am 23. März 2022 hat Edith Keil in einer Lesung beim AWO-Seniorennachmittag in Nieder-Ramstadt ihr neues Buch „Kühe auf der Straße und Tarzan im Kino“ vorgestellt, das im Forstberg-Verlag erschienen ist, und auf das ich Sie hier im Odenwaldblog (unbezahlte Werbung in eigener Sache) aufmerksam machen möchte.
In nächster Zeit wird es noch weitere Neuerscheinungen im Forstberg-Verlag geben. Ich halte Euch auf dem Laufenden!

Über den folgenden LInk kommen Sie auf die Homepage des Forstberg-Verlages.

http://www.forstbergmedien.de/

 

 

Eine Kindheit im Odenwald

Das Leben auf dem Land um 1960 im vorderen Odenwald: Kleinbauern rackern sich ab mit Kuh, Schwein und ein paar Hühnern. Auf den größeren Höfen werden schon Maschinen eingesetzt. Die Landbevölkerung kauft nur das Nötigste, denn Garten, Hasenstall und ein paar Hühner liefern die Grundversorgung. Das ist das Milieu, in das Edith Keil uns führt. Aber auch andere Elemente jener Nachkriegszeit zeigt sie auf:
Der Friseurbesuch, wo die Frauen ihre Blusen auszogen; die Hausschlachtung; große Wäsche ohne Waschmaschine; Männer, die im Krieg an Leib und Seele versehrt worden waren; Kinder, die ganz ohne Kindergarten in die Welt der Erwachsenen hineinwuchsen. Wer kann sich das heute noch vorstellen?
Die Autorin schaut in „Kühe auf der Straße und Tarzan im Kino“ auf diese unterschiedlichen Lebensaspekte durch die Augen eines Kindes: Willi, vier Jahre alt, ohne Vorurteile, dafür neugierig und voller Fragen.

 

Über die Autorin

Edith Keil verbrachte ihre Kinderjahre in der Umgebung der Neunkircher Höhe, wo die Großeltern beiderseits und viele Verwandte ganz traditionell als Bauern oder Handwerker lebten. Ihr Vater Philipp hat allerdings die Laufbahn eines Lehrers eingeschlagen, was für die Familie zunehmenden Abstand vom angestammten Milieu brachte. So brachten die beruflichen Pläne des Vaters ab Mitte der 60er Jahre Umzüge und Schulwechsel mit sich. Edith legte das Abitur dann in Darmstadt an der Viktoria-Schule ab, studierte in Frankfurt Germanistik und ev. Theologie und war danach über drei Jahrzehnte im Hess. Schuldienst tätig.
Die Erinnerungen an die frühen Jahre sind also gerade durch den Wegzug fest im Gedächtnis der Autorin konserviert. Ihr Blick auf das Leben im oberen Modautal bleibt dadurch frei von späteren Überlagerungen. Seit der Pensionierung widmet sie sich Edith Keil ehrenamtlichen Tätigkeiten und dem Schreiben – und das mit Vorliebe in der Mundart ihrer Heimat. Sie lebt heute in Mühltal.

Beim Seniorennachmittag der AWO Mühltal am 23. 3. im Bürgerhaus Nieder-Ramstadt las Edith Keil aus ihrem neuen Buch.