Rundwanderwege Ober-Nauses
Schloss-Nauses-Weg: Auf den Spuren der Odenwaldmaler

Der Naturparkplatz Bettelmannsbuche im Geopark Bergstraße-Odenwald ist leicht zu finden.Von Otzberg-Hering geht es in Richtung Höchst. Der Parkplatz ist früh ausgeschildert und von der Straße aus gut erreichbar. Hier ist der Start für die drei „Rundwanderwege Ober-Nauses“.

Bettelmannsbuchen-Weg (2), 4,6 km, 1 Stunde und 30 Min.

Schloss-Nauses-Weg (5), 7 km 2 Stunden

Rondellweg (7), 6,9 km, 2 Stunden und 15 Min.

Ich habe mich, wieder einmal, für den Schloss-Nauses-Weg entschieden. Allein schon deshalb, weil mich der Weg am ehemaligen Wasserschloss Nauses vorbei führt.

Der Schloss-Nauses-Weg ist sehr gut markiert. Immer der „5“ folgen, die allen Abzweigungen nicht zu übersehen ist.

Einfach herrlich im Herbstwald. Eine himmlische Ruhe, die nur durch das Prasseln der herunterfallenden Eicheln unterbrochen wird. Im Talgrund führt der Weg aus dem Wald heraus. Rechts tauchen die ersten drei Häuser vor Schloss Nauses auf.

In dem idyllischen Seitental der Mümling liegt die kleine ehemalige Wasserburg Schloss Nauses. Das „Sloßlin Nuwses“ wurde 1471 erstmals beurkundet.

Von den Wassergräben und den Wehranlagen ist heute nichts mehr zu entdecken, aber das Haupthaus und der Turm des Eingangstores sind bis heute erhalten. Die Fachwerkkonstruktion ist auf einem sehr hohen massiven Sockel- und Erdgeschoß aufgebaut. Am Herrenhaus findet sich an der südlichen Giebelseite ein Erker, in dessen Erdgeschoß sich ein altes Fenster befindet. An dem halbrunden Treppenturm, der 1583 an das Herrenhaus angefügt wurde, kann man das Wappenschild der Gans von Otzberg, so hieß das Adelsgeschlecht, dass das Schloss als Lehen von Pfalzgraf Friedrich erhielt, erkennen. Der Torturm steht heute frei, war aber früher der Zugang zum Schloßhof. Auf der Eingangsseite kann man ein Doppelwappen erkennen.

Hier fühlt man sich wie in andere Zeit versetzt. Auf der Schlosswiese dürfen die Hühner noch Hühner sein. Die Henne scharrt auf dem Misthaufen und der Hahn beobachtet argwöhnisch den fremden Besucher.

Auch die Gänse fühlen sich hier wohl.

Nachdem ich (fast) alles fotografiert habe, geht es weiter. Der „Norweger“ begleitet mich noch ein Stückchen.

Der Weg führt am Jugendzeltplatz Junkerswald vorbei. Dann geht es nur noch moderat bergauf in Richtung Otzberg.

Blick von oben auf Schloss Nauses.

Die letzten, knapp zwei Kilometer, geht es noch durch den Wald. Dann führt der Weg aus dem Wald heraus. Danach geht es auf der Kreisstraße ca. 300 m in Richtung Parkplatz Bettelmannsbuche. Unmittelbar vor dem Parkplatz hat man einen herrlichen Ausblick auf Wiebelsbach und Groß-Umstadt. Am Ende der Wanderung schaue ich auf mein Handy. Es zeigt mir 11.457 Schritte (7,1 km) an. Schritte, die sich gelohnt haben.

 


 

Odenwaldmaler malen Schloss Nauses

Die Maler der Romantik, die in Heidelberg und Darmstadt zu Hause waren, entdeckten den Odenwald. Diesen Malern kam der Odenwald mit seiner vielfältigen landschaftlichen Gestalt und der Fülle seiner geschichtlichen Zeugen auf das Schönste entgegen. So zog es auch den in Heidelberg geborenen Carl Philipp Fohr (1794-1818) in den Odenwald. Dabei entstanden Bilder u.a. von der Veste Otzberg und von Schloss Nauses. Carl Philipp Fohr war ein bedeutender Maler der deutschen Romantik, der leider nur 24 Jahre alt wurde.

Carl Philipp Fohr, Schloss Nauses, Feder, Aquarell, Hessisches Landesmuseum Darmstadt.

Carl Philipp Fohr, Schloss Nauses, Feder, Aquarell, Darmstadt, Hessisches Landesmuseum.

Ölgemälde von Heinrich Hoffmann (1861-1891), Ländlicher Adelssitz „Schloss Nauses“. Privatbesitz von Hubert Alles und Gerd J. Grein, Otzberg-Lengfeld.