Die Entdeckung einer Landschaft

Anfang des 19. Jahrhunderts erwachte ein neues Nationalgefühl, durch das die vaterländische Geschichte und in ihr das Mittelalter wiederentdeckt wurden.

Die Maler der Romantik, die in Heidelberg und Darmstadt zu Hause waren, entdeckten den Odenwald. Diesen Malern kam der Odenwald mit seiner vielfältigen landschaftlichen Gestalt und der Fülle seiner geschichtlichen Zeugen auf das Schönste entgegen. Hier vereint sich Nähe und Ferne. Von seinen Höhen schweift der Blick weit in die Ebene, über den Rhein bis hin zu den Pfälzer Bergen, zum Taunus und zu den Wäldern des Spessarts. In den kleinen Städtchen und Dörfern mit ihren Kirchen, Fachwerkhäusern und Brunnen begegnete man den Spuren des Mittelalters. Die Burgruinen am Neckar wie an der Bergstraße und im Inneren des Mittelgebirges zeugten von der Herrlichkeit des Rittertums, das in den Sagen noch lebendig war. Damals galten noch die alten Sitten und Bräuche und die Bewohner trugen die schmucken Trachten.

Die verschwiegenen Täler, die Wälder und die Höhen boten eine Fülle reizvoller Motive. All dies spiegelt sich in den Bildern von Carl Philipp Fohr, Johann Mainrad Bayer, Josef Hartmann, Heinrich Hofmann, August Lucas, Amelia Mathilda Murray u.a. wider.