Von unserem Ueberauer Gartenwichtel erfuhren wir, dass im Schaafheimer Wald zwölf Wichtel ein neues Zuhause gefunden haben. Wo nun der Oberwichtel Valentin Wurzelklops und seine Freunde hergekommen sind, das kann niemand genau sagen. Auf einmal waren sie da und fühlen sich pudelwohl im Schaafheimer Wald. Der Wichtelwald in Schaafheim ist ganz einfach zu finden. In Schaafheim in die Langstädter Straße abbiegen, vorbei an der Eichwaldschule und dem Seniorenwohnheim, bis ans Ende der Straße fahren. Es gibt ausreichend Parkplätze und der Weg (3 km) ist sowohl gut mit dem Kinderwagen als auch im Rollstuhl zu schaffen. Wenn Ihr vom Parkplatz geradeaus in den Wald hinein lauft, kommt Ihr direkt zur Hinweistafel mit der Flyerbox. Nehmt Euch einen Flyer mit, denn da ist eine geheime Schatzkarte mit zwölf spannenden Fragen drin.

Eine gute Zeit die Wichtel zu besuchen ist morgens. Valentin Wurzelklops und seine Freunde sind Frühaufsteher. Sie sind morgens schon putzmunter und haben viel zu tun. Wenn die Arbeit dann getan ist, ruhen sie sich gerne in der Morgensonne, die durch die Bäume blinzelt, etwas  aus. Dann ist es ganz still im  Wichtelwald. Nur das Zwitschern der Vögel ist zu hören. Wenn man ganz leise ist, und die Ohren spitzt, kann man manchmal auch ein Wichtelglöcken hören.

Bevor es aber jetzt richtig losgeht, schaut sich mein Enkel die Schatzkarte genau an, denn hier sind die zwölf Punkte markiert, an denen die Wichteltürchen versteckt sind. Mit etwas Glück findet man alle Verstecke und bekommt vielleicht einen kleinen Wichtelschatz.

Die Schaafheimer Wichtel sind scheue Gesellen und man braucht schon ein gutes Auge um sie zu entdecken.

Die Wichtel kann jeder besuchen. Der Wald ist Tag und Nacht geöffnet. Doch halt, nachts ist es stockfinster, man sieht nichts und kann sich verlaufen, das wäre nicht so gut.

Das ist das Türchen und der Wichtel an der dritten Station. Wenn ihr jetzt neugierig geworden seid, dann könnt ihr ja selbst auf die Entdeckungsreise im Wichtelwald gehen. Knapp zwei Stunden kann es schon dauern, bis man alle Wichteltürchen gefunden hat. Da ist es gut, wenn man etwas zu essen und zu trinken dabei hat.

Weitere Informationen zum Schaafheimer Wichtelwald.

http://www.kreativagentin.de


 

Die Wichtelmännchen

Diese Geschichte hat mir unser Ueberauer Gartenwichtel erzählt. Ihre Ur-ur-ur–ur Großmutter hat die Geschichte von Wilhelm und Jakob Grimm gehört und aufgeschrieben..

Es war ein Schuster ohne seine Schuld so arm geworden, da ihm endlich nichts mehr übrig blieb als Leder zu einem einzigen Paar Schuhe. Nun schnitt er am Abend die Schuhe zu, die wollte er den nächsten Morgen in Arbeit nehmen; und weil er ein gutes Gewissen hatte, so legte er sich ruhig zu Bett, befahl sich dem lieben Gott und schlief ein.
Morgens, nachdem er sein Gebet verrichtet hatte und sich zur Arbeit niedersetzen wollte, so standen die beiden Schuhe ganz fertig auf seinem Tisch. Er verwunderte sich und wußte nicht, was er dazu sagen sollte. Er nahm die Schuhe in die Hand, um sie näher zu betrachten: sie waren so sauber gearbeitet, daß kein Stich daran falsch war, gerade als wenn es ein Meisterstück sein sollte.
Bald darauf trat auch schon ein Käufer ein, und weil ihm die Schuhe so gut gefielen, so bezahlte er mehr als gewöhnlich dafür, und der Schuster konnte von dem Geld Leder zu zwei Paar Schuhen erhandeln. Er schnitt sie abends zu und wollte den nächsten Morgen mit frischem Mut an die Arbeit gehen, aber er brauchte es nicht, denn als er aufstand, waren sie schon fertig, und es blieben auch nicht die Käufer aus, die ihm so viel Geld gaben, daß er Leder zu vier Paar Schuhen einkaufen konnte. Er fand frühmorgens auch die vier Paar fertig; und so ging‘s immer fort, was er abends zuschnitt, das war am Morgen verarbeitet, also daß er bald wieder sein ehrliches Auskommen hatte und endlich ein wohlhabender Mann ward.
Nun geschah es eines Abends nicht lange vor Weihnachten, als der Mann wieder zugeschnitten hatte, daß er vor Schlafengehen zu seiner Frau sprach: „Wie wär‘s, wenn wir diese Nacht aufblieben, um zu sehen, wer uns solche hilfreiche Hand leistet?“ Die Frau war zufrieden und steckte ein Licht an; darauf verbargen sie sich in den Stubenecken, hinter den Kleidern, die da aufgehängt waren, und gaben acht. Als es Mitternacht war, da kamen zwei kleine niedliche nackte Männlein, setzten sich vor des Schusters Tisch, nahmen alle zugeschnittene Arbeit zu sich und fingen an, mit ihren Fingerlein so behend und schnell zu stechen, zu nähen, zu klopfen, daß der Schuster vor Verwunderung die Augen nicht abwenden konnte. Sie ließen nicht nach, bis alles zu Ende gebracht war und fertig auf dem Tische stand, dann sprangen sie schnell fort.
Am andern Morgen sprach die Frau: „Die kleinen Männer haben uns reich gemacht, wir müßten uns doch dankbar dafür bezeigen. Sie laufen so herum, haben nichts am Leib und müssen frieren. Weißt du was? Ich will Hemdlein, Rock, Wams und Höslein für sie nähen, auch jedem ein Paar Strümpfe stricken; mach du jedem ein Paar Schühlein dazu.“
Der Mann sprach: „Da bin ich wohl zufrieden,“ und abends, wie sie alles fertig hatten, legten sie die Geschenke statt der zugeschnittenen Arbeit zusammen auf den Tisch und versteckten sich dann, um mit anzusehen, wie sich die Männlein dazu anstellen würden. Um Mitternacht kamen sie herangesprungen und wollten sich gleich an die Arbeit machen, als sie aber kein zugeschnittenes Leder, sondern die niedlichen Kleidungsstücke fanden, verwunderten sie sich erst, dann aber bezeigten sie eine gewaltige Freude. Mit der größten Geschwindigkeit zogen sie sich an, strichen die schönen Kleider am Leib und sangen“
„Sind wir nicht Knaben glatt und fein? Was sollen wir länger Schuster sein!“
Dann hüpften und tanzten sie, und sprangen über Stühle und Bänke. Endlich tanzten sie zur Tür hinaus. Von nun an kamen sie nicht wieder, dem Schuster aber ging es wohl, solang er lebte, und es glückte ihm alles, was er unternahm.